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Doktor Garfield's
Tagebuch
28.8.2010
Zwischen den Zeilen
Regie (frz. régie
„verantwortliche Leitung“; lat. regere „regieren“) bedeutet die
verantwortliche künstlerische Leitung einer Aufführung durch den
Regisseur. Dies umfasst die Werkdeutung und die Kontrolle über
Einstudierung und Darstellung eines Stückes durch die ausführenden
Schauspieler (Inszenierung). „Regieanweisungen“ sind nicht die
Anweisungen des Regisseurs, sondern die des Autors im vorliegenden
Text- oder Drehbuch.
Das trifft natürlich
ziemlich das, was auch unser Regisseur so macht. Allerdings
beschränkt sich seine Aufgabe bei weitem nicht nur auf den
schauspielerischen Aspekt und das zusammenführen all’ seiner
„Schäfchen“.
Es ist eine gute Planung gefragt um alle und alles unter einen Hut
zu bringen. Es müssen Dinge mit dem Bühnenbau abgesprochen werden,
mit der Technik, der Requisite, dem Bühnenbild und letztlich müssen
alle Termine koordiniert werden.
Ein Regisseur muss in erster Linie zwischen den Zeilen lesen und das
Stück erstmal auf seine Weise und für sich interpretieren, um dann
seinen Schauspielern den sozusagen „Weg in’s Stück“ zu weisen. Mit
der Zeit wird dann alles langsam zum Gemeinschaftswerk aller
Beteiligten.
Meist zufällig und natürlich spontan: Jemand bringt während der
Probe eine Idee auf. Die Idee wird in den Raum gestellt und man
strengt sich an, nicht alles daran komisch zu finden. Aber dann
arbeitet man an der Idee und wirft Stücke, passend oder nicht, dazu.
Nach langem Hin und Her und dem erfolgreichen Abwehren von einer
bunten Facette an Einwänden, bleibt etwas kleben. Und genau dieses
"etwas" muss man dann festhalten.
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„Nicht zur Kulisse
sprechen“, „Viel Gesicht“ heißt es öfters bei den Proben.
Oder „großer Auftritt“ und „kurzer Abgang“.
Nein, hier ändern sich nicht die Gesichtsformen oder jemand
wächst bei seinem Auftritt. Vielmehr geht es darum, die
Szene so publikumswirksam wie möglich darzustellen. Und da
hat der Regisseur sich viele Gedanken gemacht wie etwas am
besten wirkt, wann jemand schnell nach dem letzten Satz von
der Bühne geht oder auch richtig groß auftritt. Denn; nicht
immer vermag ein Schauspieler sich anfangs ganz und gar in
seine Rolle zu versetzen oder er hat noch nicht so ganz den
Überblick über das Stück. Das „Vormachen“ des Regisseurs
leistet da eine große Hilfe. |
Und; ein Phänomen, welches
uns (und ich denke nicht nur uns) schon all die Jahre begleitet:
„Warum komme ich denn jetzt von hier und was soll eigentlich dieser
Satz???“ Der Regisseur ist dann derjenige, der weiterhilft und so
erschließt sich einem „Stück für Stück das Stück“.
Mittlerweile sind schon viele Proben überstanden, die Premiere
nähert sich mit großen Schritten. Bei der letzten Probe hatte keiner
der Akteure mehr das Textheft in den Händen. Ich selbst fühle mich
auch viel besser ohne Buch auf der Bühne. Es gibt zwar Sicherheit,
wenn es um den Text geht - aber mich hindert es am "Spielen". Die
Szenen werden nun immer turbulenter und lebhafter und der Spaß
steigt von Probe zu Probe. Es ist ja auch nicht mehr allzu lange
hin. Nur noch acht Wochen - dann steht die Premiere bevor. Aber
nicht nur die Proben schreiten voran - mittlerweile wächst die
Bühnenplanung in den Köpfen, auch wird emsig an den Kostümen und
Requisiten gefeilt - ein reges Treiben, dass immer dynamischer wird,
je näher wir den Aufführungen kommen.
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Und nun meine
lieben Leser, werde ich mich verabschieden und mein Tagebuch
schließen.
Vielleicht sieht man sich mal bei einer Aufführung. Ich bin
jedenfalls dabei! Tschüss und vielleicht bis bald.
Eurer Doktor Garfield
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